Katze beißt sich in den Schwanz, Grafik: Maike Steuer

Seit etwa anderthalb Jahren lebt im künftigen Kreativkonsum ein ganz besonderes Haustier: Die sich in den Schwanz beißende Katze. Ich mag Miezen eigentlich, aber dieses spezielle Exemplar treibt mich noch in den Wahnsinn. Denn das Einzige, was sie dazu bringen könnte, ihren Schwanz dauerhaft loszulassen, sind Mäuse. Gaaaaanz viele Mäuse. Die ich nicht habe. Nun zähl ich mich selbst nicht zum Stamm der Ningelfreds, sondern überlege mir lieber kreative Lösungsansätze.

Tausche Maus gegen Mäuse

Tada! Tausche Maus gegen Mäuse. Ich mein, was liegt näher als Süßes gegen harte Währung einzutauschen. Die Gummitierchen machen den Spender glücklich, die Kohle mich bzw. sorgt sie dafür, dass wir endlich und buchstäblich Boden gut machen können. Ich weiß, speziell der große Raum vorne erweckt auf den ersten Blick nicht den Anschein, dass da so viel im Argen liegt, was bis zu einem gewissen Grad auch stimmt. Aber sobald man in die hinteren Räume schaut, offenbart sich das gesamte Dilemma. Dass die einstigen Holzdielen der über Jahre durch das morsche Dach des Wäschehauses eindringenden Nässe nicht Stand halten konnten – geschenkt. Darunter ist doch ganz simpel ne Schüttung. Austauschen und gut? Nope, das Problem liegt eine Etage tiefer. Im Keller. Von unten betrachtet bröckelt der Beton, weil sich der Stahl mehr ausgedehnt hat, als es der eigentlich unkaputtbare Werkstoff aushalten konnte. Trotz Hohlröhren. Da müssen wir ran und im wahrsten Sinne die substantiellen Grundlagen für den Kreativkonsum schaffen. Ihr könnt euch denken, dass das nicht mit fünf Euro getan ist…

Bonbonglas voller Mäuse, Foto: Maike Steuer

Endlich machen können – im Zweifel auch open air

Na Mensch, hätteste das nicht wissen müssen, als du dir den alten Kasten an den Huf gebunden hast? Jein. Natürlich war und ist mir mehr als bewusst, dass mein Konsum eine Lebensaufgabe ist und genau so wollte ich es auch. Doch die Kosten für die Ertüchtigung des Erdgeschosses ließen sich damals wie heute nur schwerlich umreißen. Erst Recht nicht in Zeiten börsenartig schwankender Preise für Baumaterialien.

Deshalb die Idee mit den Mäusen, auch wenn das Sümmchen, was dadurch vielleicht zusammen kommt, nur ein Tropfen auf den bröckligen Stein ist. Aber Kleinvieh macht auch Mist, richtig? Aber der Verein kriegt doch jetzt diese Neulandgewinner-Förderung. Exakt, der Verein. Für die Projekte, die wir 2023 anleiern wollen z.B. im Garten gemeinsam mit jedem der Bock hat, sich die Finger schmutzig zu machen, einen Lehmofen für künftige Flammkuchen-, Brot- und Pizzaorgien zu bauen. Doch den kostspieligen, aber dringend notwendigen Rahmen zu schaffen, dass ist meine Challenge als Eigentümerin. Gibt es da nicht auch irgendwelche tollen Fördertöpfe für? Schön wär’s, aber jeder, der sich mal mit der Thematik befasst hat, weiß, dass nur allerseltenstens in Substanz investiert wird, noch dazu, wenn sie nicht denkmalgeschützt ist (wobei ich durchaus finde, dass das Gebäude eine Art Kosumdenkmal ist ;-).

Ein substantielles Problem vieler Hausbesitzer

Mit diesem Problem steh ich nicht alleine da, denn es begegnet früher oder später jedem privaten Eigentümer, der sich – so wie ich – in einen alten Kasten verliebt, der mehr als nur

reines Wohnobjekt sein soll. Ohne Witz, hätte ich nur was für mich und meine Kinder gesucht, die Hütte wäre größentechnisch knapp am Tiny House vorbei geschrappt. Wir drei brauchen definitiv keine zwei Etagen plus XXL-Keller und riesigem Dachboden. Nun gut, genug Mi, Mi, Mi, das bringt uns nicht weiter.

Plakat Tausche Maus gegen Mäuse

Falls ihr eins von zehn Gläsern Mäuse gegen Mäuse adoptieren wollt oder eine Ladentheke, unternehmerischen Empfangstresen oder was auch immer habt, wo sich so ein Glas samt Spardose gut machen würde – meldet euch gern auf den gängigen Wegen, aber am liebsten per WhatsApp an 01575 16 83 889. Falls ihr kein Süßzahn seid, aber Bock auf bauen hättet oder zufällig ein Unternehmen leitet, dass sich vorstellen könnte, Material und/oder Expertise zu sponsern – das wäre fast zu schön, um wahr zu sein.

Bürocontainer als Mäuse-Alternative

Ich wünsch mir einfach nur, dass es endlich vorwärts geht – im Zweifel auch erstmal unter freiem Himmel. Bin dankbar für die wunderbar kreativen Köpfe bei uns im Verein, die auf so tolle Sachen kommen wie einen Bürocontainer, den man ja erstmal im Garten aufstellen könnte, um überhaupt einen Anlaufpunkt zu haben und erstmal starten zu können. Danke, liebe Susann für die Idee! Weiter geht’s, denn aufgeben war nie eine Lösung.